PMOS verstehen

PCOS hat einen neuen Namen: PMOS

PCOS wurde 2026 in PMOS umbenannt. Deine Diagnose und Behandlung bleiben gleich, aber der neue Name beschreibt endlich, was die Erkrankung wirklich ist.

Laure SantoliniMitgründerin, Josie
  • 4 Min. Lesezeit
  • In Prüfung durch den wissenschaftlichen Beirat

Im Mai 2026 wurde das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) nach mehr als zehn Jahren internationaler Arbeit offiziell umbenannt. Der neue Name lautet polyendokrines metabolisches ovarielles Syndrom, kurz PMOS. Die Ankündigung erschien in The Lancet, als Ergebnis eines mehrstufigen weltweiten Konsensprozesses mit Patientinnen, Fachpersonen und Forschenden.

Wenn du mit einer PCOS-Diagnose lebst, ändert sich nichts an deiner Erkrankung, deiner Diagnose oder deiner Behandlung. Was sich ändert, ist der Name, und der ist wichtiger, als man denkt.

Warum der alte Name gehen musste

Der Name „polyzystisches Ovarialsyndrom“ wird seit Jahrzehnten kritisiert, von Patientinnen ebenso wie von Fachleuten, weil er in fast jeder Hinsicht ungenau ist.

Die „Zysten“ sind keine Zysten. Die kleinen flüssigkeitsgefüllten Bläschen, die man im Ultraschall sieht, sind Follikel, also die normalen Strukturen, in denen Eizellen reifen. Bei PMOS gibt es einfach mehr davon, und sie bleiben auf halbem Weg in ihrer Entwicklung stehen. Es sind nicht die krankhaften Zysten, die der Name nahelegt, sie müssen nicht entfernt werden, und viele Menschen mit der Diagnose haben sie gar nicht.

Der Name hat auch alle in die falsche Richtung gelenkt. Indem er die Eierstöcke in den Mittelpunkt stellte, ließ er eine Erkrankung des ganzen Körpers wie ein gynäkologisches Problem aussehen. Tatsächlich sind mehrere Hormonsysteme gleichzeitig beteiligt: die Regulierung von Insulin und Blutzucker, Androgene, die Signale des Gehirns an die Eierstöcke und oft auch Wechselwirkungen mit Schilddrüse und Stresshormonen. Die metabolische Seite, vor allem Insulinresistenz, ist für die meisten Betroffenen zentral, kam im Namen aber nicht vor. Forschungsförderung, Leitlinien und ganz normale Arztgespräche haben diesen blinden Fleck übernommen.

Was Patientinnen gesagt haben

Die Umbenennung war keine Marketingentscheidung eines Gremiums. Im Prozess kamen mehr als 14.000 Umfrageantworten von Patientinnen und Gesundheitsfachpersonen aus mehreren Weltregionen zusammen, und mehr als 50 Patientinnen- und Fachorganisationen waren beteiligt. 86 Prozent der Patientinnen unterstützten einen neuen Namen und nannten Stigmatisierung, Verwirrung und zersplitterte Versorgung als Gründe. Auch unter Fachpersonen war die Unterstützung groß.

Der neue Name wurde gewählt, um zu beschreiben, was die Erkrankung tatsächlich ist:

  • Polyendokrin: Mehrere Hormonsysteme sind beteiligt, nicht nur die Eierstöcke.
  • Metabolisch: Insulinresistenz und die Stoffwechselmerkmale, die einen großen Teil der langfristigen Gesundheit prägen.
  • Ovariell: der Bezug zum Eisprung und zu Zyklusbeschwerden, die für viele weiterhin zentral sind.
  • Syndrom: ein erkennbares Muster von Merkmalen, das sich von Person zu Person unterscheidet.

Was sich für dich ändert und was nicht

Deine Diagnose bleibt gültig, und an deiner Versorgung muss sich nichts ändern. Die Diagnosekriterien sind dieselben. Die Behandlungen sind dieselben. Medizinische Klassifikationscodes (wie der ICD-10-Code E28.2) wurden noch nicht angepasst; diese Systeme ändern sich in ihrem eigenen, langsameren Tempo.

Die Übergangszeit soll etwa drei Jahre dauern, während Leitlinien weltweit nach und nach aktualisiert werden. In dieser Zeit wirst du beide Namen sehen, oft zusammen, und das ist normal. Deine Ärztin oder dein Arzt sagt vielleicht PCOS, PMOS oder beides.

Der neue Name in anderen Sprachen

Jede Sprache führt ihre eigene Version ein. Deutsch und Niederländisch verwenden dieselben Abkürzungen wie Englisch: Aus PCOS wird PMOS. Im Französischen wird aus SOPK der neue Name SMOP.

Wie Josie den neuen Namen verwendet

Josie verwendet PMOS in der ganzen App und auf dieser Website. Berichte, die du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt teilst, nennen es „PMOS (früher PCOS)“, weil noch nicht alle Fachpersonen den neuen Namen kennen.

Die Erkrankung, mit der du lebst, ist dieselbe wie vor der Ankündigung. Aber der neue Name beschreibt sie ehrlicher: als hormonelle und metabolische Erkrankung des ganzen Körpers, nicht als Problem der Eierstöcke. Für eine Erkrankung, die etwa 1 von 8 Frauen im gebärfähigen Alter betrifft und lange unterschätzt wurde, ist ein Name, der die Wahrheit sagt, ein echter Fortschritt. Wenn du das ganze Bild von PMOS kennenlernen möchtest, beginne mit unserem Leitfaden zu PMOS.

Medizinischer Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich zur Information und stellt keine medizinische Beratung dar. Josie diagnostiziert, behandelt oder verhindert keine medizinische Erkrankung. Wende dich bei persönlichen medizinischen Fragen oder Sorgen zu deinem PMOS immer an qualifizierte Fachkräfte.

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Über die Autorin

Laure SantoliniMitgründerin, Josie

Laure wurde nach Jahren ungehörter Symptome und fragmentierter Versorgung mit PMOS diagnostiziert. Diese Erfahrung, kombiniert mit ihrem Hintergrund in der Strategieberatung bei EY, einem MBA der UCLouvain und einem Advanced Master in Biotech and Medtech Ventures der Solvay Business School, hat sie dazu gebracht, das Tool zu entwickeln, das sie sich selbst gewünscht hätte.

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